DE

Sanftes Knochensetzen

Nachricht

Nachricht

Nachricht

[Mobilisation der Schulter mit Knochensetzen] [Bild zum Drucken]
Quelle: On bone-setting, Fig. 3.

Was ist Knochensetzen?

Knochensetzen ist eine traditionelle Heilmethode, bei der Gelenke mobilisiert oder manipuliert werden, d. h. ihre Beweglichkeit verbessert wird. Mehrere Arten von Knochensetzen beinhalten auch die Mobilisation der Weichteilgewebe. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist es kennzeichnend für die traditionelle Medizin, dass sie auf der Tradition des Landes basiert, in dem sie praktiziert wird. So unterscheidet sie sich von der Komplementärmedizin, die nicht zur landeseigenen Tradition gehört. Zu den komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden gehören unter anderem die Osteopathie und die Chiropraktik, bei denen teilweise die gleichen Mobilisationen wie beim Knochensetzen angewendet werden.

Das Knochensetzen war früher in vielen Ländern beliebter als die schulmedizinische Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates, weil es billiger, verfügbarer und oft erfolgreicher war. Als schulmedizinische Behandlungen leichter verfügbar und erfolgreicher wurden, ist das Knochensetzen aus vielen Ländern verschwunden. Aber auch das Knochensetzen selbst hat sich der Zeit angepasst. Zu den aktuellen Schulungen zum Knochensetzer gehören auch Kenntnisse über die Anatomie des Bewegungsapparates und Kontraindikationen für die Behandlung. Deshalb ist das Knochenersetzen heute ebenso gefahrlos wie z. B. eine Massage. Auch die Behandlungsergebnisse sind im Allgemeinen gut. Untersuchungen haben gezeigt, dass Knochensetzen bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken und Nacken ebenso gut oder eben besser hilft als Physiotherapie und Massage.

Wissenschaftliche Grundlage

Ursprünglich hatte das Knochensetzen keine wissenschaftliche Grundlage. Doch im 19. Jahrhundert entwickelte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still aus dem Knochensetzen die Osteopathie. Die Chiropraktik geht auch auf das Knochensetzen des neunzehnten Jahrhunderts zurück. Dank der Osteopathie und Chiropraktik haben wir heute ein gutes Verständnis dafür, wie die Techniken des Knochensetzens funktionieren. Im 21. Jahrhundert hat sich die Forschung an den Faszien stark beschleunigt. Darin sind Mechanismen entdeckt worden, durch die sanfte Arten von manuellen Therapie, wie das Kalevala-Knochensetzen, auf den Körper einwirken. Noch im letzten Jahrhundert ging man allgemein davon aus, dass die Wirkung manueller Techniken vor allem auf dem Dehnen der zähen Fasern in z. B. Muskeln und Faszien beruht, was einen hohen Kraftaufwand erfordert. Heute wissen wir, dass alle kontraktilen Fasern in Muskeln, Faszien und Bindegewebe letztlich vom Gehirn gesteuert werden. Damit sich diese Fasern entspannen können, müssen wir über das Nervensystem eine Botschaft ans Gehirn senden, dass eine Entspannung ohne Gefahr möglich ist. Anstatt das Gewebe zu zwingen, etwas zu tun, treten wir sozusagen in ein Gespräch mit ihm.

Meine Arbeitsweise beim Knochensetzen

[Rückenmassage im Stil des Kalevalas] [Bild zum Drucken]

Ich habe 2016 die dreijährige Ausbildung zum Kalevala-Knochensetzer abgeschlossen. Beim Kalevala-Knochensetzen werden vor allem sanfte Techniken angewendet, die meist auf das unter der Haut befindliche lockere Bindegewebe und die oberflächliche Faszie gerichtet sind. Ich verwende immer noch gerne viele der Techniken des Kalevala-Knochensetzens. Aber seit meiner Zertifizierung in Kalevala-Knochensetzen habe ich auch viele andere sanfte Techniken gelernt, um Gelenke und Weichgewebe zu mobilisieren. Einige sind Alternativen zu Mobilisationen des Kalevala-Knochensetzens und andere ermöglichen Mobilisationen, die beim Kalevala-Knochensetzen nicht erlaubt sind. Die meisten dieser Techniken stammen aus der Osteopathie und verschiedenen Methoden der Faszienbehandlung. Osteopathie, Faszien-Therapien und Kalevala-Knochensetzen haben ein gemeinsames Ziel: die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts im Körper. Aber es gibt viele Unterschiede. Das Kalevala-Knochensetzen beruht auf der Annahme, dass Symptome wie Schmerz hauptsächlich durch Fehlhaltungen verursacht werden, wohingegen Osteopathie und Faszienbehandlungen heutzutage Einschränkungen in der Beweglichkeit als wichtiger erachten. Das Kalevala-Knochensetzen folgt immer dem gleichen Schema von Mobilisationen, wobei nur Techniken erlaubt sind, die in den Kursen des Vereins Kansanlääkintäseura gelehrt werden. Ich habe eine andere Vorgehensweise, die besser zu meinem Hintergrund als Ingenieur passt. Zuerst kombiniere ich die Informationen aus Interview, Beobachtungen und Tests zu einer Annahme über die Ursache(n) der Symptome meiner Kundin / meines Kunden. Dann erstelle ich einen Behandlungsplan. Während der Behandlung kann ich neue Informationen erhalten, die eine Anpassung meines Plans erforderlich machen. Meine Arbeitsweise erfordert Flexibilität und kein festes Schema von immer denselben Techniken. Ich entscheide selbst, ggf. in Rücksprache mit der Kundin / dem Kunden, welche Techniken aus welchen Arten der manuellen Therapie zu welchem Zeitpunkt für sie oder ihn am besten geeignet sind.