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[André Dekker, anerkannter Masseur in Oulu] [Bild zum Drucken]

Mein unerklärlicher Schmerz

1997 fing einer meiner Finger an zu schmerzen. Laut der Betriebsärztin war der Finger entzündet, wahrscheinlich wegen der Arbeit am Computer. Sie verschrieb mir eine entzündungshemmende Creme. Anfänglich schien die Creme, zusammen mit ergonomischen Anpassungen, den Finger zu heilen. Aber von Zeit zu Zeit kam der Schmerz zurück. Später wurde er neuralgisch, d. h. stechend und anfallsweise auftretend wie Nervenschmerzen. Folglich verschrieb die Betriebsärztin mir Tabletten gegen Nervenschmerzen, die aber kaum Linderung brachten. 2004, während eines Interkontinentalfluges, wurde der Schmerz unerträglich. Ich benutzte immer mehr Creme, aber es half nichts. Im Gehen aber verschwand der Schmerz vollständig. Nach einem Gang durch den Flughafen tat das Abnehmen der Fingerabdrücke nicht weh, obwohl auch genau auf die Stelle gedrückt wurde, die im Flugzeug am schlimmsten geschmerzt hatte. Direkt nach der Rückkehr verlangte ich eine Überweisung an einen Spezialisten. Der Handchirurg vermutete einen kleinen Tumor im Finger, der auf einen Nerv drückte. In der Tat, der Schmerz konnte dadurch ausgelöst werden, dass z. B. mit der stumpfen Seite eines Messers haargenau auf die richtige Stelle geklopft wurde. Es war jedoch merkwürdig, dass derselbe Schmerz auch auf viele andere Weisen hervorgerufen werden konnte, die nichts mit dem Finger zu tun haben schienen. Es schien, dass die Hauptursache irgendwo anders als im Finger selbst lag.

Linderung durch Massage

Der Schmerz blieb einige Monate so schlimm, dass ich große Mühe hatte einzuschlafen und häufig nachts vom Schmerz aufwachte. Ich suchte im Internet nach allem, was mit Schmerzen in den Fingern in Verbindung stehen konnte. Man kann sich heute einfach nicht vorstellen, wie schwierig es 1997, als mein Leiden anfing, war Informationen im Internet zu finden. Aber 2005 fand ich endlich die Erklärung für meine Symptome. Muskeln können ihren Schmerz an andere Stellen weiterleiten. Dieser Schmerz kann sehr stark sein und viel ernstere Ursachen vortäuschen. Aber das Internet gab nicht genug Auskunft, um die betreffenden Muskeln zu finden und diese effektiv und gefahrlos zu behandeln. Folglich bestellte ich Bücher über das Thema. Schließlich fand ich eine ganze Kette von Muskeln zwischen Fingern und Nacken, die alle ihren Schmerz an dieselbe Stelle weiterleiteten. Durch Massieren bestimmter Stellen in diesen Muskeln, sogenannter Triggerpunkte, trigger points auf Englisch, verschwand der Schmerz, zumindest vorübergehend. Diese Massage wirkte besser als jede Medizin, die ich jemals probiert hatte, und sie wirkte sofort. Es war ein tolles Gefühl. Endlich war ich des Schmerzes Herr geworden und der Schmerz war nicht länger mein Herr. Aber zum Schluss musste dennoch der ganz kleine Tumor aus meinem Finger entfernt werden, bevor die Triggerpunkte längere Zeit wegbleiben wollten.

Fuga Massagetherapie

Die heilsame Wirkung von Massage auf meinen Fingerschmerz motivierte mich, immer mehr über Massage zu lesen und es bei jedem möglichen Anlass zu üben. Ich erhielt eine Fachausbildung zum Masseur als Abendunterricht an einer Massageschule in Oulu. Nach meiner Zertifizierung als Masseur, gründete ich meine eigene Praxis, die ich Fuga Massagetherapie nannte. Fuga ist das ursprüngliche Wort für Fuge, ein Musikstück in dem dasselbe Thema von einer Stimme an die andere weitergegeben wird, ebenso wie im Körper für jede Bewegung viele Muskeln in einem guten Rhythmus zusammenarbeiten müssen. Wenn diese Zusammenarbeit gestört ist, führt dies zu Schmerz und Bewegungseinschränkungen. Ich hoffe, dass meine Spezialkenntnisse und -fähigkeiten meinen Kunden nutzen werden und dass ich mich durch die Interaktion mit meinen Kunden weiterentwickeln kann. Ich habe fast 10 Jahre lang das Massieren neben meinem ersten Beruf gemacht, aber seit 2019 arbeite ich ganztägig in meiner eigenen Praxis.

Lebenslanges Lernen

Meine erste Ausbildung bekam ich an der Technischen Hochschule Eindhoven in den Niederlanden. Ich habe zuerst fünf Jahre als Ingenieur in den Niederlanden gearbeitet und 1986 bekam ich eine Stellung bei Nokia in Finnland. Ich bin an das Lernen gewöhnt. In der Technik sind die heutigen Kenntnisse morgen nicht genug. Auch in der Massage und manuellen Therapie lernt man nie aus. Es ist, als wenn man eine Zwiebel schäle. Ein jeder kennt die äußere Schale, wo man den Schmerz oder andere Symptome wahrnimmt. In der finnischen Grundausbildung zum Masseur lernt man Schmerz in dieser Schale zu behandeln und nur durch Massage der Muskeln. Diese Behandlung lenkt das Nervensystem ab, sodass das Gehirn den Schmerz einen Augenblick vergisst. Um meinen eigenen Fingerschmerz zu behandeln, musste ich die nächste Schale finden, wo der Schmerz sich an einer anderen Stelle versteckt, als wo man ihn fühlt. Wenn man den Schmerz aus dieser Schale vertreibt, dauert der Effekt länger. Für eine noch länger andauernde Abhilfe muss man eine dritte Schale behandeln. Hier liegen die verborgenen Spannungen, die den Körper überbelasten. Viele dieser Spannungen befinden sich in der Faszie, dem Bindegewebe, das alle Strukturen im Körper, wie z. B. Muskeln, Sehnen, Gelenke, Nerven, Knochen und innere Organe, umhüllt. Über die Faszie stehen alle Körperteile miteinander in Verbindung und reagieren aufeinander. Die Faszie erfordert ganz andere Massagetechniken als die Muskeln. 2011 fing ich die Weiterbildung in faszialen Techniken in Kursen des Anatomy Trains Instituts an. Zwei Jahre später begann ich eine Ausbildung in das finnische Knochensetzen im Stil des Kalevala. Dort lernte ich neue Faszien-Techniken, aber viel sanftere als die von Anatomy Trains. Auch lernte ich dort sanfte Mobilisierungstechniken für verschiedene Gelenke. 2016 brachte ich den Modul Functional Fascial Release (25 Unterrichtstage) von Anatomy Trains zum Abschluss. Im selben Jahr absolvierte ich die Ausbildung zum Kalevala Knochensetzer. Unterdessen hatte ich mich auch für sanfte osteopathische Mobilisierungen interessiert. Dank der Hunderte von Kalevala-Knochensetzen-Behandlungen, die ich gegeben hatte, waren meine Hände endlich sensibel genug geworden, um die Bewegungen bei osteopathischen Mobilisationen zu spüren. Und in der Ausbildung bei Anatomy Trains hatte ich gelernt, um gefahrlos mit den Händen tiefe und empfindliche Strukturen im Körper zu kontaktieren, die im Kalevala-Knochensetzen verbotenes Areal sind. So fand ich die vierte Schale: alle empfindlichen Strukturen im Körper, die aus irgendeinem Grund ihre normale Beweglichkeit verloren haben und die der Körper mit zusätzlicher Spannung in Muskeln und Faszien zu schützen versucht. Wenn man diese vierte Schale finden und mobilisieren kann, kann man Wunder bewirken.