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[Narben im Unterbauch]

Massage von Narbengewebe

Was ist Narbengewebe?

Narbengewebe ist Bindegewebe – größtenteils Kollagen – das entsteht, wenn der Körper versucht, Schäden an der Haut oder an innerem Gewebe zu reparieren, z. B. nach einer Verletzung oder Operation. Immer wenn ein Gegenstand die Haut durchdringt, bildet sich eine Narbe. Aber auch unter intakter Haut kann sich Narbengewebe bilden, z. B. durch einen Muskelriss. Die sichtbare Narbe nach einer Operation ist nur die Spitze des Eisbergs. Fast alles Narbengewebe, das durch Schlüssellochchirurgie (z. B. Laparoskopie oder Arthroskopie) entsteht, liegt unter der Haut. Die Narben in der Haut sind manchmal nach einigen Jahren nicht mehr sichtbar, können aber immer mit den Fingern ertastet werden. Bei Operationen im Bauchbereich, einschließlich des Kaiserschnitts, muss die Chirurgin oder der Chirurg neben der Haut bis zu 10 Schichten von Muskeln und Membranen durchtrennen. In jeder Schicht bildet sich eine Narbe, die sich an die Narbe einer benachbarten Schicht anhaften kann. Das Bild oben zeigt Narben von zwei häufigen Operationen im Unterbauch: Kaiserschnitt und Entfernung der Appendix. Die Bildung von Narbengewebe hält typischerweise bis zu 2 Jahre nach der Gewebeschädigung an. Alle Gewebe im Körper erneuern sich ständig, und Narbengewebe bildet da keine Ausnahme. Narbengewebe verändert sich daher immer.

Was bewirkt das Narbengewebe?

Narbengewebe ist immer weniger dehnbar als das ursprüngliche, unbeschädigte Gewebe. Es kann auch Muskeln oder Membranen verkleben, die normalerweise frei aneinander vorbeigleiten können. Narbengewebe kann daher die Beweglichkeit von Strukturen im Körper einschränken, z. B. von Gelenken, Organen, Membranen, Nerven, Lymph- und Blutgefäßen. Da alles im Körper durch Faszien (Membranen) verbunden ist, kann eine Narbe das Gleichgewicht im Körper auch auf große Entfernung stören. Narbengewebe zieht das umliegende Gewebe zu sich hin, aber meistens ist man sich dessen nicht bewusst. Ihr Gehirn versucht zu verhindern, dass der Zug der Narbe Ihnen Schmerzen oder Unbehagen bereitet, durch Anpassung Ihrer Körperhaltung oder Anspannung von Muskeln oder Faszien. Auf diese Weise kann eine Narbe viele „unerklärliche“ Symptome verursachen. Deshalb frage ich meine Kundinnen und Kunden immer nach Verletzungen und Operationen und gehe der Möglichkeit nach, dass Narbengewebe eine Ursache für die Symptome sein könnte. Sogar eine Operation im ersten Lebensjahr kann im Erwachsenenalter Symptome verursachen, die durch Narbenmassage behoben oder verringert werden können.

Massage von Narbengewebe

Die Massage von Narbengewebe hat nicht zum Zweck, das Gewebe zu zerstören. Bei frischen Narben würde dies dem Heilungsprozess entgegenwirken. Alte Narben lassen sich mit Massage nicht „brechen“, denn Kollagen ist so stark wie Stahl. Es ist jedoch möglich, durch Massage das Narbengewebe geschmeidig zu machen und zu halten. Des Weiteren kann Narbenmassage das Übereinandergleiten von benachbarten Gewebeschichten fördern, die z. B. nach einer Operation leicht verkleben können. In der Regel ist es erst sinnvoll, Narbengewebe zu massieren, wenn es mindestens 6 bis 8 Wochen alt ist. Wenn eine Narbe aber hinderlich ist, kann man sie auch früher behandeln. Ich habe frische Narben erfolgreich mobilisiert, noch bevor die Fäden gezogen waren. Und auch jahrealte Narben profitieren von einer Behandlung. Sogar die Massage von Narbengewebe, das durch eine Operation im Säuglingsalter verursacht wurde, hat bei mehreren meiner erwachsenen Kundinnen und Kunden zum Verschwinden von Langzeitbeschwerden geführt. Es ist erstaunlich, wie eine sanfte, schmerzlose Massage eine so große Wirkung auf zähes Narbengewebe haben kann. Die Narbenmassage scheint vor allem dadurch zu wirken, dass sie die Aufnahme von Gewebeflüssigkeit durch das Narbengewebe fördert und es dadurch elastischer und beweglicher macht.